Rap, Djing, Breakdance und Graffiti – Alles dabei im Hip Hop Kemp

News am 25. August 2013 von lyHo

Twists an der Tanzbühne - Hip Hop Kemp 2013Wir berichten dieses Jahr vom Hip Hop Kemp – Teil 1 erschien hier.

Entsprechend einer geläufigen wenn auch nicht überall gleichermaßen akzeptierten Definition besteht Hip-Hop mehr oder weniger aus vier Elementen, die da wären: Rap, Djing, Breakdance und Graffiti.

Hierbei muss aber angemerkt werden, das man nach Belieben neue Elemente hinzufügen darf. In diesem Zusammenhang wird zum Beispiel gerne Beatboxing genannt. Unvergessen auch der Moment, in dem Detlef D! Soost in Popstars Streetwear (oder sowas ähnliches) noch zu den “Grundsäulen des Hip-Hop” hinzugefügt hat.

Tricks mit dem Motorrad in einigen Metern Höhe

Tricks mit dem Motorrad in einigen Metern Höhe

Hier auf dem Kemp kann man sich jeder Menge weiterer Elemente erfreuen. Wie wäre es mit einem Hubschrauberflug über das Festivalgelände? Für umgerechnet 20 EUR? Ein bisschen in der Halfpipe skaten? Basketball spielen? Pokern? Oder der Klassiker, Rund-Um-Die-Platte Tischtennis? Jahr für Jahr stetiger Beliebtheit erfreut sich auch das Schokowrestling der Damen. Nun mag das nicht unbedingt mit den etwas enger gefassten Vorstellungen der Realkeeper konform gehen. Aber ist es am Ende des Tages nicht nur wichtig, daß man sich gut unterhalten gefühlt hat?

Die besten Plätze beim Schokoschlammcatchen waren schnell vergeben

Die besten Plätze beim Schokocatchen waren schnell vergeben

Aber nun auf zur Musik. Um den gestrigen Tag (Donnerstag, Bericht hier) noch zu komplettieren, hier noch ein paar Worte zur von mir sehnlichst erwarteten Baauer Show im Backspin Hangar – es ging mit starker Verzögerung los, und der Act davor hat mich persönlich eher aufs Schlafen als auf eine Trap-Sause vorbereitet. Als es dann endlich soweit war, war auch schnell wieder Schluss mit der Euphorie. Vielleicht hatte ich einen schlechten Platz erwischt, aber bei mir war der Sound diesmal ziemlich drucklos. Möglicherweise hat Bassmusic dann doch noch 2-3 Gramm Bass zuviel für die PA. Dann hab ich mich auch noch die ganze Zeit gefragt, was Baauer jetzt eigentlich live macht. Bei ’nem DJ mit zwei Turnies sieht man ja noch, wie er die Musik bearbeitet. Baauer hat schon ständig irgendwelche Sachen mit den Geräten auf der Bühne gemacht, und sich regelmäßig den Kopfhörer ab- und wieder aufgesetzt, aber inwiefern er jetzt den Mix gestaltet und manipuliert bleibt mir vorerst noch ein Geheimnis. Ist bestimmt voll fancy, aber richtig würdigen kann man etwas doch erst dann, wenn man es auch versteht oder zumindest einigermaßen nachvollziehen kann.

Die Orsons

Die Orsons: Tua, Maeckes, Plan B und Kaas

Mittlerweile haben wir auch schon Freitag. Ein erstes Tageshighlight, wenn nicht sogar auch ein persönliches Festivalhighlight, war der Auftritt der Orsons. Nun sind Nachmittagsshows von deutschen Acts auf dem Kemp nicht die bestbesuchtesten. Aber für die Leute, die da waren, hat sich das bestimmt gelohnt. Nun spielen die Orsons ja sehr viel live zurzeit, und da ich mir die Show schon auf dem Splash! angeschaut habe, habe ich nicht wirklich viel Entropie erwartet. Ich sollte mich mal wieder täuschen. Mit der Splash! Show hatte das, was die vier Jungs aus dem Schwabenländle auf die Bühne zauberten, erstaunlich wenig gemein. Die poppigeren Tracks der letzten beiden Alben wurden durch feinste Rap-Perlen der Alben und sonstiger Werke (wie zB. dem “Als wären wir Freunde” von Maeckes und Plan P) ersetzt. Das war einfach mal die rappigste Rapshow der Orsons, die ich jemals gesehen habe. Sowas gibt es möglicherweise nur auf dem Kemp. Vielleicht hatten sie ja Angst, dass das Publikum beim Vortrag gesungener Hooks, Emotionen und Co. anstelle des Os eher das I mit ihren Mittelfingern formt.

Das einzige was nicht Rap to the Fullest war, war wahrscheinlich das Outfit von Kaas. A propos Outfits. Styletechnisch sind die meisten der Besucher vor einiger Zeit stehengeblieben. Wie ich auch. Während man auf anderen Hip-Hop Veranstaltungen mittlerweile für breite Hosen und längere Shirts schon den einen oder anderen dummen Spruch kassiert, ist man hier in Röhrenjeans und V-Neck Shirt ein Aussenseiter. Ist euch letztes Jahr auch aufgefallen, wie auf dem Splash! alle Mädels aussahen, als wären sie direkt aus Cros Easy-Video gefallen? Hier auf dem Kemp gibts das nicht. Hier haben die kurzen Jeans Hosen eine quadratische Fläche und die Shirts zieren die Logos der musikalischen Helden.

Morlockk Dilemma und Hiob

Morlockk Dilemma und Hiob

Ebenso Garant für Qualität auf der Bühne sind Morlockk Dilemma und Hiob. Präzise feuerten sie auch hier auf dem Kemp ihre Maschinengewehrwortsalven über die Boxen des Hangars. Persönlich habe ich mich bei ihrem Gig am meisten über 11.09. (Happy Birthday, Dilemma) von seinem “Omnipotenz in D-Moll” Album gefreut. Immer wenn ich diesen Track höre, muss ich mich jedoch fragen, ob Dilemma, als jemand der mittlerweile wohl auch so ungefähr seine 30 Jahre auf dem Buckel haben wird, vor 12 Jahren wirklich noch Topfschlagen am Geburtstag gespielt hat.

 

The favorite rapper of your favorite rapper's favorite rapper - Big Daddy Kane

The favorite rapper of your favorite rapper’s favorite rapper – Big Daddy Kane

Die USA wurden heute von Murs und Fashawn, Guilty Simpson und Apollo Brown, Lords of the Underground und zur Krönung (für die über 40-jährigen im Publikum) von Big Daddy Kane vertreten.

Die Shows der Amis sind die, die deutlich am besten besucht sind. Auch bei den Shows der wahrscheinlich bekannten tschechischen Gruppen zu später Stunde sind lange nicht so viele Zuschauer wie bei denen der US-Acts. Rap kommt halt doch am besten an, wenn man ihn auch versteht.

Später gibt es noch DJ Haitian Star, dem einen oder anderen eher unter dem Namen Torch geläufig, und danach gehen wir alle schön schlafen – wir wollen ja genug Energie für morgen haben.

Ein Abschlussbericht vom Hip Hop Kemp 2013 und die Bildergalerie folgen, wenn wir wieder gut in der Heimat angekommen sind.

Ein Kommentar zu “Rap, Djing, Breakdance und Graffiti – Alles dabei im Hip Hop Kemp”

  1. Nummer 1: Auf dem Hip Hop Kemp gibt es keine Helga – der Auftakt 2013 sagt:

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